Newsletter 01/2026

Willkommen in ZeSaBo

Liebe FreundInnen, PartnerInnen und UnterstützerInnen des ZeSaBo,

am 1. März 2026 fand unsere Feier zum 10-jährigen Bestehen des ZeSaBo statt. Der Tag war geprägt von viel Anerkennung und Lob für das Ehrenamt und einer umfangreichen medialen Berichterstattung. Bürgermeisterin Dr. Ursula Sautter, Oberbürgermeisterin a.D. Katja Dörner sowie Dr. Marcus Heinrich geschäftsführender Vorstand der katholischen St. Petrus Gemeinde und Dietmar Pistorius, Superintendent der Evangelischen Kirchengemeinde Bonn hoben in ihren Redebeiträgen die ehrenamtliche Leistung seit 2016 hervor.

Von der „ultimativen Lobhudelei“ über den „Vorbildcharakter u.a. bei der Digitalisierung im Ehrenamt“ über die Fähigkeit „die unterschiedlichsten Talente zum Leuchten zu bringen“ bis zum „weitreichenden Impuls für die Stadtgesellschaft“ reichten die Beschreibungen der Ehrengäste.

Jan Erik Meyer, Gründer und Betriebsleiter skizzierte den Weg des ZeSaBo von der zentralen Warenannahmestelle in der Geflüchtetenhilfe zum großen Spendenlogistikzentrum.

Eine für diesen Tag gesponserte und von der Bäckerei Gruhn in Endenich gefertigte Geburtstagstorte zog die Blicke der Anwesenden auf sich. Die Ehrenamtlichen der ersten Stunde, Uschi, Paul und Peewee schnitten die Torte an und verteilten die Tortenstücke an rund 100 geladene Gäste und Ehrenamtlichen.

Der besondere Dank gilt den Ehrenamtlichen, die die Feier organisiert und durchgeführt haben sowie der Band „First Lane“, die zum zweiten Mal unentgeltlich eine Feier des ZeSaBo musikalisch bereichert hat.

Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wurden die Reste des Buffets nach der Veranstaltung an Foodsharing Bonn weitergeben.

Das 10-jährige Bestehen wurde in den Medien umfassend aufgegriffen. Neben GA, Bonner Schaufenster und Radio Bonn Rhein-Sieg hat auch der WDR umfassend berichtet.

Die Berichterstattung rund um das Jubiläum führte rechnerisch bislang zu rund 100 neuen Fördermitgliedern á 30,- € im Jahr, über die wir uns ganz besonders freuen.

 

Fact Sheet 10 Jahre ZeSaBo

Die Bilanz der letzten Jahre ist gigantisch und die Zahlen steigen immer noch von Jahr zu Jahr. Im Rahmen der Vorbereitung der 10-Jahres-Feier haben wir die Entwicklung des ZeSaBo in folgender Übersicht dokumentiert:

Erster Öffnungstag: 1. März 2016

Gründer: Jan Erik Meyer

Entwicklungspartner: Katholische Kirchengemeinde Sankt Petrus, DRK Kreisverband Bonn e.V., Stadt Bonn, Deutsche Post DHL Group

30. März 2018: Das ZeSaBo auf dem Geländer der ehem. Postverteilzentrums am Frankenbadplatz muss (vorübergehend) schließen, da der Mietvertrag der DPDHL ausläuftund die Trägerschaft der Stadt Bonn endet

9. Juni 2018: Gründung des gemeinnützigen Vereins Zentrallager Sachspenden Bonn e.V.

1. April 2019: Neueröffnung unter eigener Trägerschaft in der 1.500 m² großen Halle an der Endenicher Straße 95 (ehem. Teppich Frick)

Institutionelle Kund*innen (gesamt):
über 960
Private Kund*innen (gesamt):
über 720
Betreute Personen (gesamt):
91.680
Anzahl Bestellungen 2025:
2.528
Ausgegebene Warenstücke 2025:
490.371
Ausgegebene Warenstücke seit 2016:
1.956.760
Tägliche Warenausgabe an Kleidung 2025:
1.400
Ehrenamtliche Helfer*innen seit 2016:
746
Aktive Ehrenamtliche 2025:
498
Aktuelles Kernteam:
80
Abteilungen:
insgesamt 33; 19 intern,14 extern
Ehrenamtsstunden 2025:
13.362
Staatliche/städtische Förderung 2019 bis 2021:
205.000 €
Staatliche/städtische Förderung seit 2021:
0 €
Betriebskosten p.a.:
90.000 €
Fördermitglieder (Stand 01-2026):
62.582 €
Fehlende Fördermitglieder á 30 € im Jahr:
807
Jeansrecycling 2025:
2.918 kg
 

Neuer Flyer

Seit Anfang März steht ein neu gestalteter Informationsflyer zur Verfügung. Er beantwortet die wichtigsten Fragen zur Warenannahme, zu den EmpfängerInnen der Warenspenden sowie Erklärungen, wie man Kunde oder Kundin werden kann und wie sich das ZeSaBo finanziert. 5.000 Flyer stehen nicht nur im ZeSaBo selbst zur Verfügung, sondern können gern hier runtergeladen oder aber zur Verteilung in größeren Stückzahlen im ZeSaBo angefordert werden.

 

Das ZeSaBo in 3,5 Minuten erklärt

Zum Jubiläum ist ein neuer Imagefilm entstanden. Sie finden ihn entweder auf unserer Homepage oder auf YouTube. Auf der Homepage ist als zweiter Einspieler einer slideshow zu sehen, die unterschiedliche Bildmotive und wichtige Veranstaltungen automatisch anzeigt. Der Film demonstriert anschaulich die Funktionsweise des ZeSaBo und erläutert die Stationen Warenannahme, Ehrenamt, KundInnen und Finanzierung.

Beratung, Dreh und Schnitt des professionellen Imagefilms wurden uns zu sehr geringen Kosten von Marcel Pillipan [https://localphotograph.de/] fast geschenkt. Wir bedanken uns für dieses aktuelle Werbemedium sehr herzlich.

 

Kleidertauschbörse großer Erfolg – künftige Partner

Seit November 2025 findet jeden 2. Samstag im Monat zwischen 11.00 und 15.00 Uhr eine Kleidertauschbörse im ZeSaBo statt. Als Alternative zu Karnevalssamstag war die Kleidertauschbörse am 14.02. ein überwältigender Erfolg. Rund 300 Tauschwillige kamen ins ZeSaBo, lernten die Qualität und die große Zahl der gespendeten Waren kennen. Vor allem aber auch das Engagement des Ehrenamtes und die Abläufe waren für viele BesucherInnen neu. Als Partner traf Foodsharing auf großes Interesse. Gerettete Lebensmittel wurden vor Ort verteilt, das Bewusstsein für Wege aus der Lebensmittelverschwendung bei vielen BesucherInnen geweckt.

Die Kleidertauschbörse am 14.03. wurde begleitet von der „Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn Rhein-Sieg“. Rund 190 Tauschwillige fanden den Weg ins ZeSaBo. Etwa 600 Warenstücke wurden getauscht. Regelmäßig finden wir über die Kleidertauschbörse weitere Fördermitglieder und nehmen Spenden ein. Weitere Gründe für die Durchführung einer Kleidertauschbörse sind: den Bekanntheitsgrad des ZeSaBo zu erhöhen und neue Zielgruppen für Warenspenden, für das Ehrenamt sowie als private KundInnen zu gewinnen.

Die nächsten Kleidertauschbörsen finden am 11.04. 2026 gemeinsam mit Greenpeace, am 9.05. mit dem Mutter/Vater-Kind Haus Alfter und am 13.06. mit der Partnerorganisation „St. Augustin an friends hilft e.V.“ jeweils von 11.00 – 15.00 Uhr statt.

 

Wie spende ich richtig? Unsere Qualitätskriterien auf einen Blick.

Die regelmäßigen Spender und Spenderinnen von Waren wissen es natürlich: Wir nehmen nur Spenden an, die unmittelbar weiter genutzt werden können. Daher müssen alle Warenstücke in gutem, intaktem und sauberem Zustand sein. Auch Kleidung mit Tierhaaren oder starkem Geruch müssen wir ablehnen. Zu beachten ist auch eine Obermenge der zu spendenden Waren, da sowohl der Platz in unserer Halle als auch unsere Sortierkapazitäten begrenzt sind.

Wir sind kein Entsorgungsunternehmen und bitten daher um vorherige Aussortierung von Waren, die nicht unseren Qualitätskriterien entsprechen. Unsere Qualitätskriterien haben wir auf unserer Webseite ausführlich beschrieben und erläutert. Unbrauchbare Waren müssen wir den SpenderInnen leider wieder mit zurückgeben.

 

Warenspende für Transport nach Charkiw durch „Rheinbach hilft“

Mit verlässlichen Partnerorganisationen, die den Bedarf vor Ort sehr gut kennen, arbeitet das ZeSaBo im Rahmen der Unterstützung für die Ukraine sehr gern zusammen. Eine dieser Organisationen ist der Verein „Rheinbach hilft e.V.“. Er hat ein eigenes Spendenlager und Verteilzentrum in der Nähe von Charkiw, nur 40 km von der russischen Grenze entfernt, aufgebaut.

Für den jüngsten Transport in die Ostukraine Anfang März half das ZeSaBo mit Ranzen und Schulausstattung, Kinderreisebetten sowie vor allem mit Mobilitätshilfen. Diese Waren ergänzen die vom Verein in Rheinbach und Umgebung gesammelten Spenden, die sowohl Lebensmittel und haltbare Medikamente als auch Hygieneartikel, Winterbekleidung, Taschenlampen, Schlafsäcke und Isomatten umfassen.

„Rheinbach hilft“ bedankte sich für die sauberen, geprüften Waren, die in Charkiw von Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern sehnsüchtig erwartet werden.

Auch in Zukunft wird das ZeSaBo bei konkreten Spendenaufrufen und bedarfsgerechten Hilfsaktionen für die Ukraine in Zusammenarbeit mit verlässlichen Partnerorganisationen seine Waren und seine Spendenlogistik anbieten.

 

Hiermit Herz KSK förderte Investitionen im ZeSaBo

Die Kreissparkasse Köln/Bonn hat uns seit Ende 2025 gleich dreimal mit einer Fördersumme aus ihrer Unterstützungsaktion „Hier mit Herz“ Investitionen ermöglicht.
Zum einen wurde ein abschließbarer Altkleidercontainer exklusiv für das ZeSaBo finanziert. Trotz aller Qualitätsregeln und Erstprüfung an der Warenannahme fallen doch immer wieder Kleidungstücke an, die für unsere Zielgruppe nicht geeignet sind und „entsorgt“ werden müssen. Wir haben einen neuen Partner gefunden, der die Altkleider regelmäßig bei uns abholen lässt und einer Verwertung zuführt. Voraussetzung für diese kostenlose Kooperation war jedoch das Aufstellen eines (abschließbaren) Containers auf dem ZeSaBo-Parkplatz. Dieser Container konnte dank der KSK finanziert werden.

Unsere große Halle wird mittels einer Ölheizung geheizt. Um die Betriebskosten im Blick zu behalten, heizen wir grundsätzlich sparsam und nur dann, wenn wir vor Ort sind. Das führt dazu, dass in der kälteren Jahreszeit die Ehrenamtlichen teilweise in Jacken und Mänteln ihre Prüf- und Sortierarbeiten durchführen. Um hier mit einfachen und kostengünstigen Mitteln eine Verbesserung zu erreichen, hat die KSK die Anschaffung von Deckenventilatoren finanziert. So kann die warme Luft, die sich unter der Decke (4,30 m Höhe) der Halle sammelt, besser zirkulieren.

Last but not least hat uns die KSK mit einer 1.000 € Spende für unsere 10 Jahres-Feier geholfen. Das Leihen von Stühlen für die Gäste und das Bestellen eines Buffets für die rd. 100 Gäste wurde damit maßgeblich ermöglicht.

Die Gesamtspendensumme durch „Hier mit Herz“ der KSK Köln/Bonn 2025/Anfang 2026 belief sich auf 4.070 €: Vielen Dank für diese großartige Unterstützung!

 

Leider endet unsere Sammlung für ein Jeans-Recycling

Leider müssen wir das Sammeln von kaputten Jeansstoffen zum April 2026 beenden. Trotz intensiver Suche nach arrivierten Recyclingfirmen sowie Start-ups ist es uns nicht gelungen, einen regionalen Abnehmer zu finden, der die von uns gesammelten Mengen von rund 3 Tonnen pro Jahr benötigt. Daher macht es keinen Sinn, für das Sammeln, Prüfen und Lagern von kaputten Jeansstoffen weiterhin Kapazitäten zu nutzen, die wir anderweitig besser einsetzen können. Die Zwischensammlung bei uns ist zudem überflüssig, denn nach Auskunft vom Dachverband FairWertung e.V. landet jede kaputte Jeans auch über den Weg der Altkleidercontainer bei Verwertern wie der Firma ALTEX (altex-textil.com) – dann aber in größerem Maßstab und damit rentabler als wir das anbieten könnten.

Wir raten daher: Wertige Jeans kaufen und länger tragen, Entsorgung im Altkleidercontainer, nur bei sehr starker Verschmutzung z.B. durch Öl in die Restmülltonne werfen.

 

Auf ein Wort:
Ehrenamtler*innen und Kund*innen im Gespräch

Ehrenamtliche im Gespräch : Vera

Was ist Deine Motivation Dich ehrenamtlich zu engagieren und warum hast Du Dich für das ZeSaBo entschieden?

ISelbst habe ich häufiger im ZeSaBo Waren gespendet und dann irgendwann für mich entschieden in meiner freien Zeit etwas Sinnvolles zu tun. Ich bin der Ansicht es werden viel zu viele Kleidungsstücke weggeschmissen. Gleichzeitig gibt es aber einen großen Bedarf für „re-use“ also die Weiterverwendung durch armutsgefährdete Menschen. Auch das Thema Müllvermeidung und Nachhaltigkeit im Alltag sind für mich wichtig.

Welche Aufgabe übernimmst Du im ZeSaBo und wieviel Zeit investierst Du dafür?

Mein Kernarbeitsbereich ist die Babyabteilung. Daneben helfe ich bei der Kleidertauschbörse, die einmal im Monat stattfindet. Ich verbringe durchschnittlich 4 Stunden in der Woche im ZeSaBo.

Das ZeSaBo hat gerade sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Was wünscht Du Dir für die Zukunft des ZeSaBo?

Mein Wunsch wäre, dass der Bekanntheitsgrad bei potentiellen KundInnen noch größer wäre. Insbesondere AbnehmerInnen von Kleidung werden gesucht, denn das ZeSaBo erhält mehr Spenden als an Menschen mit einem Bedarf rausgehen.
Auch mehr Akzeptanz, Respekt und Anerkennung durch die Stadt Bonn z.B. durch Zurverfügungstellung einer kostenlosen Lagerhalle würde ich mir wünschen.

 

KundIn im Gespräch: Hafsa

Wann und wie hast Du das ZeSaBo kennengelernt?

Im Jahr 2024 habe ich eine Wohnung auflösen müssen und über die Recherche, wo kann ich welche Waren abgeben, habe ich erstmals vom ZeSaBo gehört. Zusätzlich hat mich dann eine andere Kundin, die ich über Foodsharing kenne, auf das ZeSaBo aufmerksam gemacht. Außerdem betreue und begleite ich krebskranke Kinder im UKB, bin gut vernetzt und interessiere mich für viele Hilfsangebote, die es für Menschen in Not gibt.

Du bist eine unserer privaten Kund*innen – welche spezielle Personengruppe unterstützt Du und versorgst sie mit Waren?

Aktuell versorge ich drei syrische und zwei ukrainische Familien. Aber ich versorge sie nicht nur mit Waren aus dem ZeSaBo, ich helfe auch im Alltag und beim Kontakt mit Behörden. Das Helfen liegt in unserer Familie im Blut, das kann man schon so sagen. Meine Mutter hat in Marokko immer auch für andere gekocht und das Essen verschenkt. Ich bin ja auch bei Foodsharing aktiv und bringe für die Ehrenamtlichen im ZeSaBo oft Brot und Backwaren vorbei, die sonst vernichtet würden.

Kannst Du an einem Beispiel schildern, welche Waren die von Dir betreuten Familien besonders benötigen und wie die Waren dort angenommen werden?

Es ist wunderbar, wenn ich sehe, wie die Kinder der Familien, die ich betreue, sich über die Kleidungsstücke und andere Waren freuen, die ich Ihnen mitbringe.

 

In eigener Sache

Bis heute konnten wir eine Gesamtzahl von 2.275 Fördermitgliedern zur Finanzierung der Kaltmiete und der Betriebskosten unserer Lagerhalle gewinnen. Ihre Unterstützung ist nicht selbstverständlich für uns und wir freuen uns sehr, dass unsere Fördermitglieder unsere zu 100 % ehrenamtliche Arbeit auf Dauer ermöglichen!

Wir sind also auf einem guten Weg, dauerhaft 3.000 Fördermitglieder mit einem kleinen monatlichen Beitrag von 2,50 Euro zu gewinnen und werden nicht müde weitere Fördermitglieder zu gewinnen.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Weiterempfehlung!

Mit den besten Grüßen
Jan Meyer