Das gemeinnützige Zentrallager Sachspenden Bonn (ZeSaBo) nimmt Sachspenden wie Kleidung, Schuhe, Textilien, Wäsche und Haushaltsgegenstände von privaten und gewerblichen Spendern an und stellt sie kostenlos privaten und institutionellen Abnehmern bereit, die hilfsbedürftige Menschen betreuen.

Jeder der privat, ehrenamtlich oder hauptamtlich hilfsbedürftige Menschen in Bonn betreut, erhält jederzeit und bedarfsgerecht Ware, um hilfsbedürftige Menschen zu versorgen.

Wie das ZeSaBo entstand

Die Bonner Flüchtlingshilfe stand Ende 2015 vor der Herausforderung der dringende Bedarf auf, die Spendenannahme- und ausgabestellen innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte zu entlasten und die Unterkünfte zu unterstützen, die über keine eigenen Kleiderstuben verfügten. So entstand der Plan, die Spendenannahme zu zentralisieren und die Waren über Abnehmer bedarfsgerecht in die Ausgabestellen zu verteilen.

Am 1. März 2016 öffnete – im Verbund der Entwicklungspartner Stadt Bonn, Deutsche Post DHL, Deutsches Rotes Kreuz und der katholischen Kirchengemeinde St. Petrus – auf dem ehemaligen Posthof in der Bonner Nordstadt das Zentrallager Sachspenden Bonn (ZeSaBo). Auf anfangs 700 m² wurden ausschließlich von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen Sachspenden an drei Wochentagen angenommen, geprüft, sortiert, eingelagert und an geprüfte ehrenamtliche oder institutionelle Abnehmer (Paten und Betreuer innerhalb der Flüchtlingshilfe) ausgegeben.

Nach einem Jahr verzeichnete das ZeSaBo über 5.700 Ehrenamtsstunden, rund 200 registrierte Abnehmer und mit über 63.000 ausgegebenen Warenstücken eine Deckung von über 80 Prozent der aus den Unterkünften gemeldeten Bedarfe. Gleichzeitig blieb der Warenbestand auf hohem Niveau und die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung und der Wirtschaft nahm stetig zu. Zum 1. März 2017 wurde daher der Kreis der Empfänger auch über die Flüchtlingshilfe hinaus erweitert.

Nach 28 Monaten schloss das ZeSaBo in der Bonner Nordstadt am 30. Juni 2018 mit folgenden Ergebnissen:

  • eine bis zum Projektende stetig wachsende Zahl von über 350 registrierten Abnehmern, die sich nach eigenen Angaben um über 15.000 Menschen kümmern
  • darunter u. a. Mitarbeiter der Stadt, DRK, AWO, Johanniter, Caritas, Diakonie, Heilsarmee, Kirchengemeinden und Hilfsorganisationen wie pro familia, die Tafel oder der Kinderschutzbund
  • 80 % der registrierten Abnehmer sind ehrenamtlich engagierte Bürger
  • Neuwarenspenden in einem Gesamtwert von über 85.000 Euro (darunter u.a. 27 Paletten Hygieneprodukten mit einem Warenwert von über 34.000 Euro)
  • eine stetig steigende Ausgabe von zuletzt über 5.000 Warenstücken pro Woche
  • ein beständiger ehrenamtlicher Einsatz mit über 17.000 Ehrenamtsstunden
  • weit über 200.000 ausgegebene Warenstücke
  • kontinuierlicher und hochwertiger Spendeneingang aus der Bevölkerung
  • hohes Hilfs- und Spenden-Engagement von Bildungseinrichtungen und Unternehmen

Am neuen Standort in die Zukunft

Das von den Entwicklungspartnern befristet finanzierte Modellprojekt endete, als der Mietvertrag der Deutschen Post DHL für den ehemaligen Posthof und damit für die dem ZeSaBo zur Verfügung gestellten Hallen auf dem Gelände endete. Gleichzeitig belegten die Auswertungen und die Rückmeldungen von Spendern, Helfern, Abnehmern, Entwicklungs- und Kooperationspartnern sowie diverse Auszeichnungen und Medienberichte eindeutig den Erfolg des ZeSaBo.

Am 9. Juni 2018 wurde der ZeSaBo e.V. gegründet. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, das Konzept zu überarbeiten, die Rolle des Mieters und Betreibers zu übernehmen und das Zentrallager Sachspenden Bonn an einem neuen Standort wieder zu eröffnen.

Nach langer Suche und vielen Verhandlungen konnte das ZeSaBo am neuen Standort in Endenich am 1. April 2019 wieder eröffnen.

Ermöglicht haben die Wiedereröffnung eine erhebliche Mietminderung und die großzügige Unterstützung des Vermieter sowie eine Anschubfinanzierung in Form eines zweijährigen Mietzuschusses (bis Ende 2020) durch die Stadt Bonn. Der gemeinnützige ZeSaBo e.V. ist Betreiber und übernimmt die finanzielle Verantwortung für alle notwendigen und anfallenden Kosten. Auf nunmehr 1.500 m² konnten alle Regale und Tische, die die Stadt Bonn eingelagert hatte, wieder aufgestellt werden. Ehemalige und neue Ehrenamtliche waren gleich wieder zur Stelle. Seitdem steigen die Zahlen der Spenden und die Zahl der Abnehmer.

Das zeigen auch die folgenden Zahlen

Ausgegebene Warenstücke 125.080
Registrierte Abnehmer 255
Betreute Personen 10.884
Ehrenamtsstunden 9.611